FernsehKrimi-Festival 2016

Deutscher FernsehKrimi-Preis 2016 für „Tatort – Verbrannt“

Petra Schmidt-Schaller und Edin Hasanovic werden für ihre darstellerischen Leistungen ausgezeichnet/ Christian Petzold erhält einen Sonderpreis für seine Regie für den Film „Polizeiruf 110 – Kreise“/ Der Publikumspreis geht an „Die Ungehorsame“ mit Felicitas Woll

Der Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2016 ist die Produktion „Tatort – Verbrannt“ (NDR). Im Mittelpunkt des Films steht der Tod eines afrikanischen Asylbewerbers, der verdächtigt wird, für eine Schleuserbande gearbeitet zu haben. Als er nach seiner Verhaftung unter ungeklärten Umständen stirbt, ermitteln die Kommissare Thorsten Falke und Katharina Lorenz auf eigene Faust. Das Buch des Films, der auf einem realen Fall beruht, stammt von Stefan Kolditz, Regie führte Thomas Stuber. In den Hauptrollen sind Petra Schmidt-Schaller und Wotan Wilke Möhring zu sehen. Produziert wurde der Film von der Wüste Medien GmbH (Björn Vosgerau, Uwe Kolbe).

Die Jury begründet ihre Entscheidung: „Das kluge Buch von Stefan Kolditz und die behutsame Regie von Thomas Stuber schaffen – auch dank der Musikauswahl – eine berührende, intensive Atmosphäre, die einen lange über das Sehen des Films hinaus nicht loslässt. Bis in die Nebenrollen haftet allen Figuren eine Ambivalenz an, die sie so überzeugend macht. Der Polizist Mehmet Mutlu, der sich nach seiner vergangenen deutschen Heimat sehnt oder die Polizistin Maria Sombert, die zerrissen zwischen dem Mut zur Wahrheit und der Angst vor Ausgrenzung beinahe zerbricht.“

Die fünf Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger der Publikumsjury zeichnen „Die Ungehorsame“ (Sat.1) aus. Für die Regie des Films ist Holger Haase verantwortlich, das Buch schrieb Michael Helfrich. Produziert wurde er von Ninety-Minute Film GmbH (Ivo-Alexander Beck). In den Hauptrollen des Dramas um eine misshandelte Frau, die angeklagt ist, ihren Mann getötet zu haben, spielen Felicitas Woll und Marcus Mittermeier.

Sonderpreise für herausragende Einzelleistungen für Petra Schmidt-Schaller, Edin Hasanovic und Christian Petzold

Für die Darstellung der Bundespolizistin Katharina Lorenz in der Produktion „Tatort – Verbrannt“ (NDR) zeichnet die Jury Petra Schmidt-Schaller als beste Darstellerin aus. Die Jury sagt zu dieser Leistung: „Petra Schmidt-Schaller schafft es, durch ihre großartige schauspielerische Leistung die Zuschauer in diesem erschütternden Fall ganz nah bei sich zu behalten. Sie lässt uns ganz unmittelbar an ihrem inneren Dilemma teilhaben. (…) Nie lässt sie uns im Zweifel über ihre Haltung, fein zeigt sie, wie sie ankämpft, wie sie moralisch intakt bleibt, obwohl ihr die Kräfte schwinden, wie sie weg von der Kommissarin immer mehr Mensch wird: fein, intensiv, klug, einfach großartig.“

Den Preis als bester Darsteller erhält Edin Hasanovic für die Rolle des Luka Moravac in der WDR-Produktion „Auf kurze Distanz“. „Edin Hasanovic gelingt es, mit unglaublicher Intensität das dramatische Potential seiner Rolle als Luka auszuschöpfen. In jeder Phase des Films schafft er es, mit großer Sinnlichkeit und Körperlichkeit einen zerrissenen und in familiären Banden aufgehobenen und zugleich gefangenen Charakter spür- und sichtbar zu machen. (…) Die Bandbreite seiner Ausdrucksmöglichkeiten ist beeindruckend und frei von Klischees“, begründet die Jury ihre Entscheidung.

Einen Sonderpreis für eine herausragende Einzelleistung erhält der Regisseur Christian Petzold für die Regie von „Polizeiruf 110 – Kreise“ (BR). „Wir sind zutiefst beeindruckt von Ihrer so feinen, fast zärtlichen Regiearbeit am „Polizeiruf 110 – Kreise“. Wir hängen an den Lippen von Matthias Brandt und Barbara Auer, wenn sie uns spüren lassen, um wie viel schöner die Arbeit eines Kommissars ist, wenn man sich für sein Gegenüber interessiert und den Tag mit einem Lale Anderson Song in einer griechischen Taverne ausklingen lässt und wir danken Ihnen für Ihre Liebe zum sogenannten ‚versteckten‘ Gefühl, das uns Matthias Brandt großartig vorführt, als er von seiner Kollegin alleine gelassen wird, weil sie zurück nach Hamburg geht“, gratuliert die Jury dem Filmemacher.

In der Jury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2016 haben der Schauspieler und Drehbuchautor Rainer Ewerrien, der Schriftsteller Wolfgang Schorlau, die Schauspielerinnen Jenny Schily und Aglaia Szyszkowitz sowie der Vorstand der Murnau-Stiftung, Ernst Szebedits, über die Preisträger entschieden. Die fünf Wiesbadener der Publikumsjury wurden über eine Verlosung des Wiesbadener Kuriers ermittelt.

Das Deutsche FernsehKrimi-Festival findet seit 2005 jedes Jahr im März statt. Zehn deutschsprachige Fernsehkrimis stehen dabei im Wettbewerb. Die Filme werden an drei Tagen in dem Programmkino Caligari FilmBühne gezeigt. 2016 findet das Festival vom 8. bis 13. März statt. Den Abschluss findet es in der Nacht vom 12. auf den 13. März mit der Langen FernsehKrimi-Nacht, in der noch einmal alle Wettbewerbsfilme zu sehen sind.

Bilder der Festivalwoche gibt es in Facebook und unter dem Hashtag #dfkf16 bei Instagram: deutschesfernsehkrimifestival.

Rückfragen gerne an: tom.winter@fernsehkrimifestival.de


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