Die Jury 2014

Die Jury entscheidet, welche Krimiproduktion den Deutschen FernsehKrimi-Preis 2014 erhält und wer sich die außergewöhnliche Dotierung von 1.000 Litern Wein vom Wiesbadener Weingut Udo Ott teilen darf.

Die Krimiautorin Doris Gercke, die Schauspielerin Lisa Maria Potthoff, die Expertin für Internetkriminalität Gaby Goebel-Andreas, der Regisseur Stephan Wagner sowie der Schauspieler und Drehbuchautor Rainer Ewerrien, werden alle zehn nominierten Filme sichten und diskutieren. Neben dem Hauptpreis haben sie noch zwei Sonderpreise für herausragende Einzelleistungen zu vergeben. An welchen Fernsehkrimi der Publikumspreis geht, darüber bestimmt eine zusätzliche Jury. Die fünf Mitglieder werden vom Wiesbadener Kurier ausgelost.

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Foto: ©Uta Rauser

Doris Gercke: Die in Greifswald geborene Schriftstellerin und Erfinderin der beliebten Krimifigur Bella Block fand erst relativ spät ihren Weg zum Krimi. Die gelernte Verwaltungsbeamtin entschloss sich mit Anfang 40, ihr Abitur nachzuholen und ein Studium der Rechtswissenschaften zu absolvieren. Knapp zehn Jahre später, im Jahr 1988, erschien Doris Gerckes erster Roman „Weinschröter, du mußt hängen“, der die Geburtsstunde von Bella Block markierte. Durch die Verfilmung des Romans mit Hannelore Hoger in der Rolle der eigensinnigen und raubeinigen Ermittlerin erreichte die Fernsehversion schnell große Popularität. Doris Gercke, die ebenfalls unter dem Pseudonym Marie-Jo Morell bekannt ist, schreibt neben Krimis auch Kinder- und Jugendbücher sowie Gedichte, Hörspiele und Drehbücher. 1991 erhielt sie den Schwedischen Krimipreis für ihr literarisches Erstwerk, 2000 folgt der Glauser Ehrenpreis der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren „Syndikat“. Doris Gercke lebt in Hamburg.

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Foto: ©Stefan Klüter

Lisa Maria Potthoff: Die 1978 in Berlin geborene Schauspielerin wuchs in München auf und absolvierte auch dort ihre Schauspielausbildung. Ihr Talent als vielseitige Schauspielerin konnte sie nicht nur in Fernsehfilmen wie „Die Tochter des Kommissars“ oder „Wolfsfährte“ beweisen, sondern auch in Kinofilmen wie „Soloalbum“, „Brandner Kaspar“ und den Rosenmüller-Filmen „Schwere Jungs“ und „Wers glaubt wird selig“. Aktuell abgedreht sind der Kinofilm „Männerhort“ und die Fernsehfilme „Die Hebamme“ und „Der letzte Kronzeuge“. Für ihre darstellerische Leistung im Film „Tödlicher Rausch“ war sie 2012 in der Kategorie „Beste Schauspielerin“ für den Bayerischen Fernsehpreis nominiert. 2013 war sie in der bayerischen Komödie „Dampfnudelblues“ zu sehen, die zunächst als Fernsehfilm geplant war, aufgrund ihrer Popularität aber auch den Weg in die deutschen Kinos fand. Im Dezember sahen sie über fünf Millionen Zuschauer als „Gruberin“ im gleichnamigen Film beim ZDF. Lisa Maria Potthoff lebt in Berlin.

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Foto: ©www.tw-klein.com

Gaby Goebel-Andreas bot bereits mit neun Jahren den Beamten der heimischen Polizeidienststelle an, „Ihnen gerne bei schwierigen Fällen zu helfen.“ Die Aufträge blieben zwar zunächst aus, doch griff Goebel-Andreas nach begonnenem Studium der Germanistik und Soziologie ihren Kindheitswunsch wieder auf und begann 1993 eine Ausbildung bei der hessischen Polizei. Es folgten das Studium an der Verwaltungsfachhochschule und schließlich das echte Polizeileben. Seit 2000 arbeitet sie im hessischen Landeskriminalamt. Ermittlungen im Drogenmilieu, Tathergangsanalysen bei Sexual- und Tötungsdelikten und Täterprofilerstellungen bestimmten einige Jahre ihren spannenden Arbeitsalltag. Heute arbeitet sie am größten Tatort der Welt: dem Internet. Hier begegnen ihr fast täglich neue Phänomene und eine weltweite Dimension der Kriminalität. Zusammen mit einem Autorenteam arbeitete Gaby Goebel-Andreas zudem am „Wiesbadener Pitaval“, einem Buch, das spektakuläre Kriminalfälle aus vier Jahrhunderten in Wiesbaden beleuchtet. Außerdem unterrichtet sie zukünftig an der Hessischen Polizeiakademie.

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Foto: ©Heike Ulrich

Stephan Wagner, 1968 in Mainz geboren, studierte Filmregie und Drehbuch an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. Die während seines Studiums entstandenen Kurzfilme wurden auf verschiedenen internationalen Filmfestivals gezeigt. Den Höhepunkt bildete dabei sein Abschlussfilm „Der Hausbesorger oder ein kurzer Film über die Ordnung“, der 1998 auf den Internationalen Filmfestspielen in Cannes vorgestellt wurde. Sein Kinodebut ist im selben Jahr „Kubanisch Rauchen“, das in atmosphärischem Schwarz-Weiß von der Suche nach einer neuen Lebensperspektive erzählt. 2004 wurde er für den Film „Dienstreise – Was für eine Nacht“ mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet, den er 2012 mit „Der Fall Jakob von Metzler“ erneut erhielt. Zu seinen Arbeiten als Regisseur zählen auch die Fernsehfilme „In Sachen Kaminski“, „Stich des Skorpion“ und „Lösegeld“. Im Jahr 2013 gewann Stephan Wagners Krimi „Mord in Eberswalde“ den Hauptpreis beim Deutschen FernsehKrimi-Festival.

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Foto: ©Jana Kay

Rainer Ewerrien begann seine Schauspielausbildung bereits 1983 an der Theaterwerkstatt Fe Reichelt in Frankfurt am Main. Nach dem Abschluss ging er mit seinem eigenen Comedyprogramm „Trio Blamage“ auf Deutschlandtournee, danach folgten weitere Theaterproduktionen. Für den Kurzfilm „Wolfsmänner“ erhielt Rainer Ewerrien 1999 den Alfred-Edel-Publikumspreis. Die sechsteilige ZDF-Serie „Götter wie wir“, für die er am Drehbuch mitarbeitete und unter anderem als Ingeborg Gott eine der beiden weiblichen Hauptrollen übernahm, wurde 2013 für den Grimme-Preis nominiert und gewann im gleichen Jahr den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Comedy. Für die Kinofilme „Männerhort“ und „Wenn Inge tanzt…“ war er ebenfalls als Drehbuchautor tätig. Für jeweils vier Folgen der Krimireihen Tatort und Polizeiruf 110 stand Rainer Ewerrien in verschiedensten Rollen als Schauspieler vor der Kamera.