Die Jury 2013

Die Jury entscheidet, welche Krimiproduktion den Deutschen FernsehKrimi-Preis 2013 erhält und wer sich die außergewöhnliche Dotierung von 1.000 Litern Wein vom Wiesbadener Weingut Udo Ott teilen darf.

Der Regisseur Andreas Kleinert, die Schauspielerin Leslie Malton, die Expertin für Internetkriminalität Gaby Goebel-Andreas, die Schriftstellerin (und Wiesbadener Krimistipendiatin 2013) Andrea Maria Schenkel sowie der Leiter der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Ernst Szebedits, werden alle zehn nominierten Filme sichten und diskutieren. Neben dem Hauptpreis haben sie noch zwei Sonderpreise für herausragende Einzelleistungen zu vergeben. An welchen Fernsehkrimi der Publikumspreis geht, darüber bestimmt eine zusätzliche Jury. Die fünf Mitglieder werden vom Wiesbadener Kurier ausgelost.

Foto: ©www.tw-klein.com

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Gaby Goebel-Andreas bot bereits mit neun Jahren den Beamten der heimischen Polizeidienststelle an, „ihnen gerne bei schwierigen Fällen zu helfen.“ Die Aufträge blieben zwar zunächst aus, doch griff Gaby Goebel-Andreas nach begonnenem Studium der Germanistik und Soziologie ihren Kindheitswunsch wieder auf und begann 1993 eine Ausbildung bei der hessischen Polizei. Es folgten das Studium an der Verwaltungsfachhochschule und schließlich das echte Polizeileben. Seit 2000 arbeitet sie im hessischen Landeskriminalamt. Ermittlungen im Drogenmilieu, Tathergangsanalysen bei Sexual- und Tötungsdelikten und Täterprofilerstellungen bestimmten einige Jahre ihren spannenden Arbeitsalltag. Heute arbeitet sie am größten Tatort der Welt: im Internet. Hier begegnen ihr fast täglich neue Phänomene und eine weltweite Dimension der Kriminalität. Zusammen mit einem Autorenteam arbeitet Gaby Goebel-Andreas zudem am Wiesbadener Pitaval, einem Buch, das spektakuläre Kriminalfälle aus vier Jahrhunderten in Wiesbaden beleuchtet.

Foto: privat

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Andreas Kleinert war nach dem Abitur zunächst als Ausstattungs- und Regieassistent in den Potsdamer DEFA-Studios tätig, bevor er 1984 ein Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam- Babelsberg absolvierte. Seit 1989 arbeitet er als freiberuflicher Regisseur und Autor. Kleinert führte bei einigen Folgen der Krimi-Reihen SCHIMANSKI und POLIZEIRUF 110 Regie, was ihm 2006 den Grimme-Preis für die Folge POLIZEIRUF 110 – KLEINE FRAU einbrachte. Auch mehrere seiner Fernsehfilme wurden bereits mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. So zum Beispiel sein hoch gelobtes TV-Drama MEIN VATER (2003), das zusätzlich auch den International Emmy Award als bester Fernsehfilm gewann. Als Kinofilmregisseur meldete er sich 2008 mit dem Mystery-Drama FREISCHWIMMER zurück. Seit 2006 ist Andreas Kleinert als Professor im Studiengang Filmund Fernsehregie an der HFF „Konrad Wolf“ tätig.

Foto: Thomas Leidig

Foto: Thomas Leidig

Leslie Malton wurde in den USA geboren und begann ihre Karriere am Theater in Wien, wo sie ab 1985 viele Jahre Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters war und in zahlreichen Inszenierungen von George Tabori mitwirkte. Nach ersten Rollen in Film und Fernsehen erhielt sie 1990 für PARFÜM FÜR EINE SELBSTMÖRDERIN, GEFÄHRLICHE VERFÜHRUNG und KUPFERFALLE die Goldene Kamera als Beste Nachwuchsschauspielerin. Einem breiten Publikum bekannt wurde sie 1993 durch den TV-Vierteiler DER GROßE BELLHEIM. Ihre Darstellung einer geldgierigen Börsenmaklerin brachte Leslie Malton sowohl den Bayerischen Filmpreis als auch einen Telestar ein. Trotz ihrer Fernseherfolge spielt sie weiter regelmäßig Theater und war im letzten Jahr gleich in zwei Kinofilmen zu sehen: 3 ZIMMER/KÜCHE/BAD und OFFROAD. Des Öfteren steht sie auch mit ihrem Mann, dem Schauspieler und Regisseur Felix von Manteuffel, vor der Kamera. Dank ihrer markanten Stimme ist sie zudem eine gefragte Hörbuch-Interpretin.

Foto: ©Susanne / Schleyerautorenarchiv.de

Foto:©Susanne / Schleyerautorenarchiv.de

Die Schriftstellerin Andrea Maria Schenkel wurde 2006 bekannt durch ihr Romandebüt Tannöd, für den sie nicht nur mit dem Deutschen Krimi Preis, sondern auch mit dem Friedrich-Glauser-Preis, dem Internationalen Buchpreis Corine sowie dem Schwedischen Krimipreis (Martin Beck Award) für den besten internationalen Kriminalroman ausgezeichnet wurde. Das Buch verkaufte sich über eine Million Mal, wurde in zwanzig Sprachen übersetzt und rangierte auf Platz 3 der KrimiWelt-Bestenliste. 2009 wurde Tannöd fürs Kino verfilmt. Ein Jahr nach Veröffentlichung von Tannöd gewann Schenkels zweites Buch Kalteis erneut den Deutschen Krimi Preis. Ihr dritter Roman, Bunker, der 2009 erschien, ist im Gegensatz zu Tannöd und Kalteis eine fiktive Geschichte, während ihr im März 2012 erschienener Roman Finsterau erneut einen historischen Mordfall aus der Nachkriegszeit thematisiert.

Foto: ©Horst Martin

Foto: ©Horst Martin

Ernst Szebedits studierte nach einer kaufmännischen Ausbildung Erziehungswissenschaften und Germanistik. Nach studentischer Kinoarbeit, verschiedenen medienpädagogischen Tätigkeiten und der Arbeit als Film und Medienreferent übernahm er die Geschäftsführung des Filmhauses Frankfurt. Gemeinsam mit Karl Baumgartner und Jürgen Franke gründete er 1996 die Pegasos Filmverleih- und Produktions GmbH, die später an die Kinowelt-Gruppe verkauft wurde. 2005 wurde er zum Vorsitzenden der Vereinigung der Hessischen Filmwirtschaft berufen. Mit Elena Trifonova als Partnerin folgte 2006 die Gründung der Neue Pegasos-Filmproduktion, deren Fokus sich auf die (Co-)Produktion internationaler Spiel- und Dokumentarfilme richtet. Seit Juli 2011 leitet er die in Wiesbaden ansässige Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, die bedeutende Bestände des deutschen Filmerbes pflegt.